Tradition

Im Jahr 1896 gründete Albert Sweers einen Viehhandel- und Viehversand. Vom Bahnhof in Neermoor aus verschickte er deutschlandweit alle möglichen Arten Groß- und Kleinvieh.

Nach der Währungsreform übernahmen Alberts Söhne Freerk und Weert den Betrieb. Zu dieser Zeit entstanden, auch durch die Bahnlinie beeinflusst, wöchentliche Viehmärkte. Der Versand vom Huhn bis zum Mastbullen florierte damals.

1968 starb Freerk Sweers, sodass sein Bruder Weert das Geschäft fortan allein weiterführte. Im Laufe der Jahre spezialisierte er sich auf das Handeln mit Rindvieh.

1986 übergab Weert Sweers das Viehhandelsgeschäft an seinen Sohn Albert und Schwiegersohn Herbert Schulte. Mittlerweile war das Handeln mit Rindern, Kühen, Kälbern und Bullen in den Vordergrund getreten.

Auf dem heutigen EU-anerkannten Verladeplatz mitten in Neermoor fand jahrzehntelang jeden Mittwoch und Freitag ein Viehmarkt statt. Durch die politische Entwicklung, behördliche Vorschriften und das damit einhergehende Hofsterben hat das Marktgeschehen inzwischen jedoch an Bedeutung verloren.

Der letzte heute noch verbliebene Viehmarkt in der Region Ostfriesland ist der Galli-Viehmarkt in Leer. Er überlebt nur, weil sich die regionalen Viehhändler dazu bereit erklärten, trotz vieler Auflagen, den Markt weiterhin zu beschicken. Seit 500 Jahren findet dieser Viehmarkt jährlich am zweiten Mittwoch im Oktober statt.

Die Albert Sweers GmbH hat seit ihrer Gründung auf jedem Galli-Viehmarkt Tiere angeboten, damit diese letzte Bastion öffentlicher Viehhandelskultur nicht fällt. Die ostfriesische Viehhandelskunst, das Feilschen um die Preise und das traditionelle Besiegeln des Kaufes per Handschlag, soll nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb haben Pflegesohn Uwe Weers und Tochter Mareike Sweers im Jahr 2007 einen Dokumentarfilm über den Galli-Viehmarkt in Leer produziert.

Seit 2003 führt Albert Sweers die Firma Albert Sweers GmbH allein, nachdem Herbert Schulte aus dem Betrieb ausgetreten ist. Wir sind stolz darauf, dass unser Viehhandel auch nach mehr als 100 Jahren, in denen es Höhen und Tiefen gab, noch immer in Familienhand ist.

 

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